Testberichte

Macro Objektiv

LAOWA 100mm/f2.8 Ultra Macro Apo

Alle hier vorgestellten Testberichte werden ausschliesslich von Fotografen aus dem Lände gemacht und dem OVF-Vorarlberg als Beitrag zur Verfügung gestellt. Sollten Sie mehr Informationen zu einem der vorgestellten Produkte benötigen wenden Sie sich am besten an unseren Partner Foto Hebenstreit in Feldkirch.

Walter de Meijer

Walter de Meijer

Redakteur

What a Beauty:

Rein optisch fühlt man sich mit diesem Objektiv um Jahre zurück versetzt: Jede Menge Zahlen und hübsche Index-Markierungen, die über den Grad der Schärfentiefe informieren, ein knackiger Blendenring, der fein einrastet von Ausgangsblende 2.8 bis f22 – alles in schönen Mattschwarz gehalten und gekrönt von einem griffig geriffelten Scharfstellring, der einen angenehmen Drehwiderstand bietet.

Das Objektiv ist kein Leichtgewicht – was von der Verwendung von viel Metall und wenig Plastik zeugt, und das spricht für gute Verarbeitung und hoher Qualität. Das hat LAOWA schon mal gut hinbekommen. Wir haben das schicke Objektiv an der Canon EOS R ausprobiert.

Konstruktion

Die technische Konstruktion ist sehr aufwändig: Der optische Aufbau beinhaltet zwölf Linsen in zehn Gruppen. Einige Gläser sind asphärisch geschliffen, andere liefern einen geringen Brechindex. Beides zusammen bewirkt, dass die hohe Schärfe bis in die Bildecken besteht, gleichzeitig auch CA – also Farbsäume an kontrastreichen Übergängen – verhindert wird.

Mit dieser Linse kannst du ganz, ganz nah ans Motiv ran. Der Abbildungsmaßstab geht weit über 1:1 hinaus – das Glas liefert nämlich mühelos zweifache Vergrößerung. Die Bildergebnisse sind beeindruckend – damit kann man mühelos in eine ganz andere, faszinierende Makro-Welt eintauchen und du wirst Dinge sehen, die mit dem freien Auge nicht mehr erkennbar sind. Knackscharf. Das gibt’s von den Mitbewerbern auch kaum Vergleichbares

Das Eintauchen in die Makro-Welt bringt auch die Auseinandersetzung mit Blenden-Handling und Schärfentiefe mit sich. Da das Objektiv (innenfocussiert) manuell scharf gestellt wird, empfiehlt sich der Einsatz von Focus-Peaking, das heute fast jede Digital-Kamera im Software-Paket hat. Diese Funktioniert auch bei unserer Canon EOS R wunderbar, Scharfstellen ist ein Kinderspiel. Dieses Focus-Peaking ist auch das ideale Instrument, um das mit der Schärfentiefe in den Griff zu bekommen – Spielereien mit Blende f2.8 bis f22 gelingen mühelos – mit letzterer erspart man sich Focus-Stacking, das mit diesem Objektiv natürlich – weil manuell – nicht möglich ist.

Empfehlenswert ist in solchen extremen Situationen im Nahbereich selbstverständlich die Verwendung eines Stativs, oder man rückt das Motiv plan ins Bild. Bildstabilisierte Kamera-Gehäuse sind natürlich hilfreich,  da gelingt schon machen Aufnahme aus der Hand – sogar in freier Natur, wo ja alles vom Gras oder Blatt bis hin zum Insekt alles in Bewegung ist. Daher sollte man sich auch intensiv mit dem Zusammenspiel von ISO, Blende und Verschlusszeit auseinandersetzen. Hat man das allerdings im Griff, mach Fotografieren mit dem IAOWA Macro richtig Spaß.

Aber dieses Objektiv ist natürlich nicht nur ein Macro-Objektiv, sondern mit 100mm Brennweite auch eine beeindruckend starke Tele-Linse, und mit seinen technischen Eckdaten sogar ein hervorragendes Porträt-Objektiv. Die Konstruktion ermöglicht Scharfstellen bis Unendlich, was bei solchen Linsen-Konstruktion auch nicht selbstverständlich ist. Auch hier erweist sich Focus-Peaking als sehr, sehr hilfreich – es geht aber auch ganz gut ohne. Wer ansprechende Porträts schießen möchte, wird vom schönen Bokeh, welches das LAOWA 100mm Macro generiert, begeistert sein.

FAZIT:

Das IAOWA 100mm/f2.8 ist ein fantastisches Makro-Objektiv, das Fotografieren angenehm entschleunigt. Es liefert im extremen Nahbereich auch gute Bildergebnisse, besitzt beeindruckende Porträt-Qualitäten, ist hervorragend verarbeitet ist und geht preisgünstig über die Ladentheke. Bajonett-Seitig wird es mit Canon EF, Nikon F und Sony E-Bajonett ausgestattet.

Text und Bilder: Walter de Meijer

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