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Reisefotografie

von Cristian Kurz

Erinnerungen in Bilder festhalten.

„Wer eine Reise tut kann was erzählen“ oder “Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte” lauten zwei bekannte Sprichwörter. Genau das trifft auch bei der Reisefotografie zu. Durch Bilder und Worte Landschaften, Menschen und Kulturen fremder Länder zu dokumentieren.

Erinnerungen festzuhalten und  dem Leser deines Blogs oder Betrachter deines Fotoalbums einen Einblick in das von dir besuchte Reiseziel zu übermitteln. Selbstverständlich gehören  die Sehenswürdigkeiten zu so einem Bericht auch dazu, aber viel interesanter ist es dem Betrachter einen Einblick in Land und Leute zu geben. Viele die deinen Blog lesen oder zu deinem Vortrag kommen haben vieleicht nie die Möglichkeit das von dir besuchte Land selbst zu bereisen. Fotos von bekannten Gebäuden, Orten und Plätzen findet man unzählige in Büchern, Reiseführern und Blogs, aber über die Menschen selbst, Ihre Kultur, Ihren Altag und Ihr Umfeld wird eher wenig berichtet. Je mehr du davon in deinen Beitrag einbauen kannst desto spannender und interessanter wird es für deine Zuschauer werden.

Parlament Budapest
Hereofrau in Namibia
Karlsbrücke 5:00 Uhr am Morgen

Die Planung

So wie du deine Reise vorbereitest, solltest du auch deine fotografische Dokumentation planen. Bereits vor Antritt der Reise kann man sich informieren was gibt es in diesem Land interessantes zu sehen und zu fotografieren. Wie sind die Menschen dort, was gibt es für wichtige Sehenswürdigkeiten, wo gibt es grandiose Landschaften, welches ist die beste Jahreszeit für diese Reise, was muss ich als Tourist in dem Land beachten und einiges mehr. Antworten auf deine Fragen findest du in den in Reisebüros, Reiseführern oder in verschiedene Foren zu diesem Thema.

Als Fotograf sollte man sich schon im Vorfeld erkundigen, wann und wo und zu welcher Tageszeit kann ich an dem gewünschten Ort die schönsten Bilder schießen. Das Bild von der leeren Karls Brücke habe ich um 5:00 Uhr am Morgen gemacht, den für den Rest des Tages ist diese Sehenswürdigkeit in Prag so überlaufen, dass eine schöne Aufnahme unmöglich ist.

Die Ausrüstung

Für ein Erinnerungsfotobuch reicht eine Kompaktkamera mit eingebautem Tele Zoom vollkommen. Wenn es jedoch darum geht Bilder für eine Vortrag mit Diashow zu produzieren sollte man schon eine umfangreichere Ausrüstung dabeihaben.
Was du an Ausrüstung mitnimmst, hängt auch ein bisschen davon ab wo hin die Reise geht. Machst du eine Städtereise kannst du getrost auf ein Supertelezoom Objektiv verzichten. Geht die Reise jedoch nach Afrika und du machst dort Safaris ist ein Teleobjektiv unumgänglich. Ein Stativ sollten man sowieso immer mitnehmen. Mittlerweile gibt es schon sehr gute und leichte Reisestative, die in jedem Koffer problemlos Platz haben. Unbedingt ausreichend Speicherkarten, Akkus und einen zweiten Kamerabody nicht vergessen. Es wäre schade, wenn deine Kamera nach ein paar Tagen plötzlich den Geist aufgibt und du die restlichen geplanten Tage oder Wochen ohne Kamera dastehst. Was ich Euch auch rate ist ein Reinigungsset einzupacken, das benötigt nicht viel Platz, kann Euch jedoch viel Ärger und Arbeit ersparen falls Ihr beim Objektivwechsel den Sensor verschmutzt und Ihr dann Zuhause bei hunderten von Bildern die Sensorflecken entfernen müsst.

Leopard in Namibia
Antilopen im Ethosha NP
Stiege Stift Melk
Sonnenuntergang am Bodensee

Vor Ort

Nachdem Ihr bereits von Zuhause aus reichlich recherchiert habt könnt Ihr Euch vor Ort in Ruhe in dem Detail für eure Aufnahmen kümmern. Oftmals hilft es aber auch Einheimische zu fragen, die können dir meistens auch schöne Plätze zeigen oder Tipps geben, an denen es sich lohnt zu fotografieren. Ein Gespräch mit Einheimischen eröffnet euch auch zudem die Möglichkeit die Menschen selbst und Ihr Umfeld fotografisch festzuhalten. Schaut Euch um, oft reicht ein Blick nach oben, wie bei dem Foto vom Stiegenhaus im Stift Melk und Ihr habt ein großartiges Motiv.
Was die meisten vermutlich sowieso Wissen gilt auch bei der Reisefotografie. Die besten Bilder macht man am frühen Morgen oder ab dem späteren Nachmittag. Da passt das Licht und Ihr bekommt schöne stimmungsvolle Bilder. Dazwischen habt Ihr dann ausreichend Zeit, Euch um die Vorbereitungen des nächsten Fotospots zu kümmern oder die bereits geschossene Bilder zu sortieren und auszuwerten. Falls Ihr denn einen Laptop oder ein Tablet dabeihabt. Was ich Euch bei einer mehrwöchigen Reise sehr empfehlen würde. Zudem habt Ihr damit die Möglichkeit gleich eine Daten Sicherung zu machen.

Mein Tipp

Mein persönlicher Tipp:

  • Reiseforen besuchen und sich über das Land und Leute informieren
  • Einen zweiten Kamerabody mitnehmen
  • Stativ und Filter einbacken
  • Ausreichend Speicherkarten und Akkus dabei haben.
  • Abklären ob ein Adapter für meine Ladegeräte notwendig ist.
  • Reiseführer mitnehmen oder entsprechen App aus Handy laden
  • Kontakt zu Einheimischen aufbauen

Ich hoffe ich konnte Euch mit meinem Bericht ein paar hilfreiche Tipps geben und wünsche Euch viel Erfolg bei der nächsten geplanten Fotoreise. Ch.Kurz

Foto: Fred Böhringer

Beispielfotos zur Reisefotografie

Die gezeigten Beispielfotos stammen zum grossen Teil aus meinem eigenen Archiv und von Mitgliedern früherer Fotolandesmeisterschaften des VÖAV-Vorarlberg.

Titelbild: Christian Kurz

Foto: Marcel Egger
Foto: Marcel Egger
Foto: Christian Kurz
Foto: Stefan Stark
Foto: Klaus Dorbach
Foto: Wolfgang Friedl
Foto: Christian Kurz
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